Reisetrends 2024: Früh buchen lohnt sich, Mietwagen auch

Waren Sie schon einmal auf dem Balkan? Die Länder Südosteuropas liegen 2024 im Trend. Aber auch Kreuzfahrten werden im neuen Jahr wieder stark gebucht werden und bieten insbesondere Familien so manches Schnäppchen. Diese und weitere Reisetrends im Überblick.

Text: Gunnar Erth

Die beste Nachricht vorneweg: Die Preissteigerungen für Pauschalreisen werden 2024 nicht mehr so drastisch ausfallen und etwa 3 bis 5 Prozent betragen. Das ist zwar immer noch üppig, aber nicht mehr mit den Steigerungen von 10 Prozent und mehr der Jahre 2022 und 2023 vergleichbar.

Vor allem aber sollte man seine Urlaubsplanung nicht auf die lange Bank schieben. „Frühbuchen wird wichtiger denn je“, weiß Joachim Schreiber von der S-Reisewelt, dem günstigen Buchungsportal der Sparkassen. Wer im kommenden Jahr zur Hochsaison in den Urlaub gehen will, sollte seine Reisen zwischen Weihnachten und Ende Februar gebucht haben.

Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub reisen will, sollte wegen der teilweise geringen Kapazitäten an Plätzen früh buchen.

„2024 wird es kaum richtige Last-Minute-Schnäppchen geben, weil es nicht ausreichend Plätze in den Flugzeugen geben wird“, so der Experte. Der Hauptgrund: Während der Coronapandemie wurden viele Flugzeuge vorübergehend aus dem Verkehr gezogen und in der Wüste geparkt, vor allem auf Flugfeldern in Nevada und Arizona. Die Maschinen werden jetzt wieder Schritt für Schritt dem Markt zugeführt. Nur: „Ein einzelnes Flugzeug wieder auf Vordermann zu bringen dauert Wochen“, sagt Schreiber. „Zudem fehlt es an Piloten.“ Die Folge: Es gibt deutlich mehr Hotel- als Flugkapazitäten. Und Last-Minute-Plätze gibt es lediglich bei Überkapazitäten.

Mietwagen in Deutschland buchen

Dafür fallen 2024 die Preise für Mietwagen, was die Mobilität gerade bei Flugreisen erhöhen wird. Während der Pandemie hatten viele Mietwagenanbieter wegen der geringen Nachfrage Autos ausgeflottet, was zur Folge hatte, dass die Preise durch die Decke gingen, als Urlaub wieder leichter möglich war. In den Urlaubsregionen stehen praktisch überall wieder genügend Fahrzeuge bereit. Joachim Schreiber hat einen Tipp parat: „Wegen der rechtlichen Lage im Ausland sollte man seinen Mietwagen unbedingt in Deutschland buchen.“

Der Trend zum nachhaltigen Reisen verstärkt sich weiter und wird auch von den Kunden nachgefragt. Doch belegen verschiedene Studien, unter anderem vom Reisebüroverband ASR, dass bei vergleichbaren Reisen die nachhaltige teurer ausfällt und daher am Ende seltener gebucht wird.

Kreuzfahrten werden zum Familienerlebnis

Gefragt bleiben dagegen auch im neuen Jahr Kreuzfahrten, gerne auch hochwertige Reisen. Im Mittelmeer, auf dem Atlantik oder auch in Nordeuropa sind die Preise für Kreuzfahrten aufgrund des großen Konkurrenzangebots besonders attraktiv. Der Clou: Familienkabinen sind zum Teil günstiger als eine Flugpauschalreise mit zwei Kindern, etwa bei Anbietern wie Norwegian Cruise Line oder MSC Cruises. Zudem ist auf Kreuzfahrten das Unterhaltungs- und Betreuungsprogramm für Kinder meistens inklusive.

Kreuzfahrten sind seit Jahren im Trend.

Fernreisen und Studienreisen liegen ebenfalls 2024 im Trend. Bei Fernreisen profitieren die Urlauber davon, dass immer mehr Flugstrecken wieder eröffnet werden. Und die Rund- und Studienreisen sind immer stärker im Kommen, weil man sich hier exotischen Zielen in kleinen Gruppen nähern kann. Ob Zentral- oder Südamerika, China oder die Mongolei – Rund- und Studienreisen ermöglichen einen Blick auf Länder, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Destination Südosteuropa

Was konkrete Reiseziele betrifft, geht der Trend zu Urlauben in Südosteuropa. Griechenland profitiert schon länger von seinem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, genau wie Kroatien, das beliebteste der Balkanländer. Doch auch weitere Länder der Region sind jetzt stärker im Visier der Urlauber: zum Beispiel Montenegro, wo sich die touristischen Standards kontinuierlich verbessern, aber auch der Geheimtipp Albanien, eines der exotischsten Länder Europas.

„Die Regierung von Albanien investiert große Summen in den Tourismus und macht dafür viel Marketing“, berichtet Joachim Schreiber. „Dieses Jahr wurde dort eine Generalprobe gemacht und es scheint zu funktionieren. Im April 2024 wird ein neuer Flughafen in Vlora im Süden des Landes eröffnet, extra für Urlaubsflüge.“

Attraktives Albanien: Der Hafen von Saranda am Ionischen Meer.

Albanien ist übrigens auch der Favorit für 2024 in einer Umfrage unter Reisebloggern, über die das Magazin „Stern“ berichtet hat. „Berge, Meer und kleine Orte, die noch nicht von anderen Touristen überlaufen sind: Albanien gehört zu den am meisten aufstrebenden Reisezielen unseres Kontinents“, so das Magazin. „Ein Besuch des Landes lohnt sich für alle, die noch an ursprünglichen Erlebnissen interessiert sind.“

Auf ans Mittelmeer

Viele Urlauber werden aber wieder direkt die großen Urlaubsziele am Mittelmeer ansteuern: die Türkei, Spanien und Italien. „Die Türkei und Spanien werden wieder eine Bank sein, müssen aber aufpassen, das Kostenrad nicht zu überdrehen“, erläutert Schreiber. Italien könnte davon profitieren, denn das Land ist vor allem gut mit dem Auto zu erreichen, was angesichts steigender Flugpreise ein Plus ist.

Wer ans Meer will, kann stattdessen aber auch einen Urlaub an der polnischen Ostseeküste erwägen. Gute Erreichbarkeit per Auto, ein top Preis-Leistungs-Verhältnis, tolle Strände und Unterkünfte auf westlichem Standard sind die größten Pluspunkte des östlichen Nachbarns – ideal für einen Familienurlaub.

Großer Verlierer unter den Urlaubszielen 2024 könnte dagegen Ägypten werden. Grund ist der Konflikt im Nachbarland Israel. Beliebte Ziele wie Sharm-el-Sheik und Hurgada sind zwar Hunderte von Kilometern entfernt, doch die Erfahrung zeigt, dass Urlauber einen Bogen um Ägypten machen, sobald es in der Region gewaltsame Auseinandersetzungen gibt. Joachim Schreiber ist aber langfristig optimistisch: „Die Urlauberzahlen in Ägypten werden sich wieder normalisieren, wenn sich die Lage beruhigt.“

Alle Fotos: Adobe Stock

 

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