Ölmühle Scheibel: Genuss für den ganzen Körper

Vor zehn Jahren eröffnete Wolfgang Huber-Scheibel seine Ölmühle in Willstädt im Ortenaukreis. Durch jahrelange Erfahrung und einem hohen technischen Know-how ist er in der Lage, schonend kaltgepresste Bio-Speiseöle zu gewinnen. Dem S-Cashback-Magazin erzählt er, wie es zur Gründung der Ölmühle kam, was ihn am Speiseölpressen so fasziniert und wie man die hochwertigen Öle geschickt einsetzen kann.

Interview: Julia Köhler

S-Cashback-Magazin: Herr Huber-Scheibel, in diesem Jahr feiert die Ölmühle zehnjähriges Jubiläum. Wie sind Sie damals überhaupt auf die Idee gekommen, eine Ölmühle zu eröffnen?
Wolfgang Huber-Scheibel: Bereits seit 1998 beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema kaltgepresste Speiseöle. Vor der Gründung meiner Ölmühle in Willstätt war ich zudem 14 Jahre lang Inhaber einer anderen Ölmühle in Oberkirch. Die habe ich zusammen mit einem Geschäftspartner betrieben, aber nur im Nebenerwerb. Es war eine historische Ölmühle, wie es sie früher in fast jedem Dorf gab. Besonders der technische Aspekt der Mühle hat mich fasziniert, denn ich tüftle gerne. Ich bin eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker und habe später noch meinen Industriemeister mit Fachrichtung Metall- und Maschinenbau gemacht. Daher habe ich auch mein technisches Know-how.

Wolfgang Huber-Scheibel hat seine Ölmühle 2014 in Willstätt eröffnet.

Und 2014 haben Sie dann entschieden, Ihre eigene Mühle zu eröffnen?
Genau. Ich habe erst einige Jahre bei uns zu Hause im Keller hobbymäßig experimentiert und Versuche mit einer Schneckenpresse mit selbstgebauter, aktiven Kühlung unternommen, um kaltgepresste Öle zu gewinnen.

Womit?
Mit einer Schneckenpresse. Die müssen Sie sich vorstellen wie einen Fleischwolf. Darin befindet sich eine sogenannte Schnecke, mit der sehr hoher Druck erzeugt wird. Durch diesen starken Druck werden die Samen entölt.

Interessant. Und irgendwann haben die Versuche im Hobbykeller dann funktioniert?
Ja, ich habe dann angefangen, mit der Schneckenpresse insbesondere Leinöl aber auch Walnussöl und Kokosöl herzustellen und zu verkaufen. Weil das immer mehr wurde, musste ich mich aber irgendwann entscheiden: Ganz oder gar nicht.

Mithilfe der Schneckenpresse werden die Samen entölt.

Kann man denn so eine Schneckenpresse zur Gewinnung von Ölen einfach so kaufen?
Man kann die Maschine kaufen, ich habe meine Pressen aber etwas modifiziert. Denn manchmal muss man das Pressverfahren anpassen, weil die Nüsse und Samen eine unterschiedliche Qualität haben. Die Pressen sind jetzt mehr oder weniger ein Eigenbau mit Spezialkühlung, damit ich die Öle so weit wie möglich herunterkühlen kann. In meinem Umfeld gibt es glücklicherweise viele technisch versierte Menschen. Mein Bruder zum Beispiel ist Elektrotechniker und Programmierer. Er hat mir beim Programmieren der Maschinen geholfen.

Befinden sich die Pressen in Ihrem Ladengeschäft?
Ja. Während wir hier gerade telefonieren, läuft parallel eine Presse mit den Walnusskernen einer Kundin. Ich habe insgesamt drei Pressen, die parallel laufen können – jeweils mit einer anderen Saat, Temperatur und Geschwindigkeit.

Das heißt, wenn ich meine Walnüsse bei Ihnen vorbeibringen würde, könnten Sie mir daraus ein Öl herstellen?
Ja, das geht tatsächlich. Ich biete eine sogenannte Lohnpressung von Walnüssen an. Gerade eben war eine andere Kundin hier und hat zwölf Kilo getrocknete und geknackte Walnüsse vorbeigebracht. Die presse ich zu einem Walnussöl, das dann zehn Tage in einem Gefäß stehen bleibt, bis sich die Sedimente absetzen. Im Anschluss fülle ich das Öl in Flaschen ab. Meine Kunden können bei mir von ihren eigenen handverlesenen Walnusskernen ein vorzügliches Öl pressen lassen – das ist schon eine schöne Sache.

Wolfgang Huber-Scheibel bietet seinen Kunden eine Lohnpressung von Walnüssen an.

Ein wirklich toller Service. Gibt es sowas häufig in Deutschland?
Nein, das ist schon ziemlich speziell. Mir schicken Kunden aus ganz Deutschland ihre Walnüsse, weil diesen Service wirklich nur wenige Firmen anbieten. Man muss das Pressverfahren dafür anpassen, weil sich jede Walnuss anders pressen lässt. Da steckt viel mehr Technik aber auch viel mehr Erfahrung dahinter als bei einer Leinsamen-Presse beispielsweise. Ich habe so 100 bis 150 Privatkunden im Jahr. Manche bringen zwei Kilo Walnüsse vorbei oder schicken sie mir zu, manche aber auch 40 Kilo. Zur Orientierung: Aus zehn Kilo Wallnusskernen erhalten Sie etwa fünf Liter Öl.

Insgesamt bieten Sie 14 verschiedene Bio-Speiseöle an. Darunter Öle aus Kürbis, Mandel, Kokos, Senf, Hanf, Walnuss oder Mohn. Welches ist denn Ihr persönliches Lieblingsöl?
Mein Favorit ist das Haselnussöl. Wenn Sie das mit Johannisbeer-Essig und etwas Salz vermengen und zu einem Feldsalat dazugeben, ist das einfach traumhaft.

In der Ölmühle Scheibel werden 14 verschiedene, hochwertige Bio-Speiseöle angeboten.

Wie lange halten sich die Bio-Öle denn?
Leinöl hält sich drei Monate, alle anderen Öle sind zehn Monate haltbar. Außer Kokosöl, das hält sich zwölf Monate. Ich presse unsere Bio-Öle übrigens nur bedarfsgerecht, sie sind also immer ganz frisch, wenn ich sie verkaufe. Für die Gesundheit spielt das auch eine große Rolle. Je frischer, desto besser.

Warum haben Sie sich eigentlich für „Bio“ entschieden?
Mein Anspruch ist es, Speiseöle in höchster Qualität herzustellen. Deshalb verwenden wir ausschließlich ausgereifte, schmackhafte Saaten und Nüsse, die unseren Ölen ihren unvergleichlichen Duft und Geschmack verleihen. Nur wenn ich eine gute Saat habe, kann ich auch gutes Öl machen. In konventionellen Samen sind oftmals Schadstoffe enthalten, und die landen natürlich auch im Öl. Bei Bio-Samen ist das anders. Sie sind nicht nur gesünder, sie schmecken auch besser. Dazu kommt, dass wir unsere Öle schonend ohne Vorbehandlung und Röstvorgänge kalt pressen.

Und woher beziehen Sie die Saat?
Das ist ganz unterschiedlich. Einen Teil beziehe ich aus der Region. Durch den Klimawandel ist es aber sehr schwierig geworden, denn die Ausbeute wird für die Landwirte jedes Jahr geringer und die Qualität schlechter, gerade bei Leinsamen. Dadurch muss ich mittlerweile auch auf andere Bio-Landwirte und Zulieferer in Deutschland und im Ausland ausweichen.

Können Sie kurz erläutern, was schonende Kaltpressung genau bedeutet?
Bei der schonenden Kaltpressung arbeite ich mit aktiver Kühlung. Ich achte also darauf, dass die Auslauftemperatur vom Öl so gering wie möglich ist, damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Saaten und Nüsse erhalten bleiben. Diese wiederum haben entscheidenden Einfluss auf Qualitätskriterien wie Geschmack, Geruch, Farbe, Vitamingehalt und Haltbarkeit. Wenn das Öl zu warm gepresst wird, geht nicht nur ein Teil der Vitamine verloren, es kommt auch je nach Saat leicht bitter aus der Presse. Das schmeckt dann nicht mehr gut.

Neben Ihren hochwertigen Bio-Ölen verkaufen Sie unter anderem auch Essig, Tee, Gewürze, naturbelassenes Tiefensalz, Honig sowie Haut- und Haarseifen. Sind diese eingekauften Produkte auch in Bio-Qualität?
Ja, das ist alles Bio-Qualität. Ich verkaufe keine konventionelle Ware. Unsere Bio-Öle kann man übrigens nicht nur bei uns im Geschäft, sondern auch in unserem Onlineshop erwerben.

Bei der Ölverkostung kann man verschiedene Öle probieren und erhält wertvolle Informationen zum Gebrauch.

Sie bieten in regelmäßigen Abständen kostenfreie Besichtigungen und Ölverkostungen an. Wie läuft denn so eine Veranstaltung bei Ihnen ab?
Bei der Besichtigung erkläre ich den Prozess der Ölgewinnung, also wie kaltgepresste Bio-Speiseöle auf kleinen Schneckenpressen gewonnen werden. Meine Frau erzählt etwas über die unterschiedliche gesundheitliche Bedeutung der einzelnen Öle und deren Verwendbarkeit in der Küche. Mandelöl beispielsweise ist sehr gut geeignet für äußerliche Anwendungen; bei Massagen wird es gerne als Trägeröl eingesetzt. Auch Aprikosenkernöl eignet sich für die Anwendung auf der Haut, das Öl kann man aber auch gut bei Salaten einsetzen. Eines der gesündesten Öle ist das Leinöl, es kann Menschen bei Krankheiten oder Genesungsprozessen unterstützen. Bei der Ölverkostung probieren unsere Kunden die verschiedenen Öle und erhalten weitere Informationen und Anregungen zum Gebrauch der Öle.

Eine letzte Frage zum Schluss. Wie sind Sie denn zu S-Cashback gekommen und wie wird das Mehrwertprogramm von Ihren Kunden angenommen?
Drei Häuser weiter befindet sich eine Sparkassen-Filiale, da bin ich irgendwann auf S-Cashback aufmerksam geworden. Seit Oktober 2022 sind wir nun dabei. Ich finde, S-Cashback ist eine gute Sache und meine Kunden nehmen das auch sehr gut an. Die Kartenzahlung hat bei uns im Geschäft in den letzten Jahren deutlich zugenommen und es wird immer mehr. Das kommt ja auch den Kunden zu Gute. Wir gewähren 2 % Cashback ab 20 Euro Umsatz bei Zahlung mit einer Sparkassen-Karte.

Kontakt: Ölmühle Scheibel, Hauptstraße 28, 77731 Willstätt, Telefon: 07852 93 70 73 0, E-Mail: info@oelmuehle-scheibel.de, Internet: www.oelmuehle-scheibel.de

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8.30-12 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 14.30-18 Uhr, Termine für Besichtigungen inklusive Ölverkostung nach Vereinbarung (per E-Mail oder Telefon)

Fotos: Ölmühle Scheibel

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