So wird der eigene Onlineshop nachhaltiger

Mit mehr Klimaschutz können Einzelhändler, die ihre Produkte auch im Internet vertreiben, bei vielen Kunden punkten. Nachhaltigere Verpackungen, umweltfreundliche Produktalternativen und die CO2-freie Zustellung sind nur einige Möglichkeiten, die sich dem Handel bieten.

Der IT-Verband Bitkom hat vor kurzem in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, welchen Nachhaltigkeits-Maßnahmen die Kunden positiv gegenüberstehen. Demnach finden 93 Prozent der Online-Shopper, Händler sollten darauf achten, möglichst viele Waren in einen Karton zu packen. 70 Prozent sind der Meinung, dass Händler keine Werbeprospekte aus Papier mehr versenden sollten und 59 Prozent wünschen sich Paketzustellungen nur noch mit Elektrofahrzeugen.

„Mehr Nachhaltigkeit wird zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor im Online-Handel. Neben der Reduzierung von Versandemissionen und alternativen Verpackungsmaterialien erwarten Kundinnen und Kunden auch verstärkt Angebote zur CO2-Kompensation und eine größere Auswahl nachhaltiger Produktalternativen“, sagt Bianka Kokott, Referentin Digitale Transformation beim Digitalverband Bitkom. „Solche nachhaltigen Angebote sollten nicht länger als Option, sondern als essenzieller Bestandteil eines zukunftsorientierten Onlinegeschäfts gesehen werden.“

Laut der Bitkom-Umfrage würden 60 Prozent der Kunden beim Onlineshopping für mehr Nachhaltigkeit längere Lieferzeiten in Kauf nehmen und 56 Prozent Mindestbestellwerte oder Mindestbestellmengen. 40 Prozent wären bereit, einen Aufpreis für umweltfreundliche Verpackungen zu zahlen und 39 Prozent würden kostenpflichtige Retouren akzeptieren. Zusätzliche Gebühren für einen klimafreundlichen Versand sind für 36 Prozent akzeptabel.

Kostenloses Infoblatt mit praktischen Tipps

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handel, dessen Aktivitäten vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden, hat zudem ein Infoblatt mit praktischen Tipps verfasst. Das Papier mit dem Titel „Wie fördere ich nachhaltige Entscheidungen in meinem Onlineshop?“ kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Die Tipps lassen sich in vier Kategorien zusammenfassen. Neben Informationen rund um die Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens und bestimmter Produkte können Händler nachhaltige Alternativen anbieten und Kunden durch visuelle Reize gezielt auf die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte aufmerksam machen. Als drittes können sie auch Siegel, Auszeichnungen und Mitgliedschaften nutzen, um nachhaltige Entscheidungen der Kunden zu fördern. Transparenz und offene Kommunikation – so der vierte Punkt – sind dabei essenziell, um als glaubwürdiger Anbieter wahrgenommen zu werden.

Weiterführende Informationen anbieten

Händler sollten vor allem kommunizieren, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen und einen schnellen Überblick über die entsprechenden Aktivitäten geben. Dies kann sich sowohl auf das Unternehmen als auch auf einzelne Produkte beziehen. Je transparenter die Erklärungen sind, desto besser können sich die Kunden ein Bild von der Nachhaltigkeit des Produkts machen, so das Mittelstand-Digital Zentrum Handel.

Diese Nachhaltigkeitskriterien können im zweiten Schritt als Filter in die Produktsuche des Onlineshops integriert werden. Dadurch können die Kunden auswählen, auf welche Aspekte sie besonderen Wert legen. In der Ergebnisliste werden dadurch nur die entsprechenden Produkte angezeigt. Zudem sollten Händler in den Produktbeschreibungen Informationen zu Herkunftsland, Materialien oder Produktionsbedingungen bereitstellen.

Visuelle Anreize und Siegel nutzen

Falls es zur Markenidentität passt, können auch Farben, die mit Natur assoziiert werden, in den Onlineshop integriert werden. Zudem können Icons darauf hinweisen, ob ein Produkt nachhaltig ist. Wichtig ist dabei, dass für die Kunden schnell ersichtlich ist, wofür die Icons stehen – etwa recyceltes Verpackungsmaterial, klimaneutraler Versand oder natürliche Rohstoffe.

Haben Produkte im Onlineshop Umweltsiegel oder Auszeichnungen für ihre Umweltfreundlichkeit erhalten, sollten auch diese angezeigt werden, denn sie sind eine Bestätigung der Nachhaltigkeit durch unabhängige Dritte. Aufgrund der großen Vielfalt an Siegeln muss man allerdings den Konsumenten im Onlineshop erklären, wofür die einzelnen Siegel stehen. Zudem kann sich auch die Mitgliedschaft in Initiativen oder Vereinen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, positiv auf die Kaufentscheidung auswirken.

Auf nachhaltige Alternativen hinweisen

Das Mittelstand-Digital Zentrum Handel rät dazu, Kunden bei der Auswahl nachhaltiger Produkte zu unterstützen. So können Händler im Warenkorb alternative, ähnliche Produkte zur Wahl stellen, die nachhaltiger sind als das vom Kunden ausgesuchte Produkt.

Und da Nachhaltigkeit auch den Versand betrifft, sollten auch hier entsprechende Optionen im Onlineshop angeboten werden. So könnten sich Kunden etwa dafür entscheiden, dass sie auch gebrauchte Kartons für den Versand akzeptieren oder einen Betrag für die Zustellung per Lastenrad oder Elektroauto bezahlen.

Foto: Adobe Stock

Aktuelle Artikel

So versichern Sie Ihre Firma gegen Katastrophen

Die Flutkatastrophe im Südwesten und Süden Deutschlands Ende Mai/Anfang Juni 2024 hat...

Ein bunter Strauß voller Möglichkeiten

Vor drei Jahren ist Alexandra Gauchel mit ihrem Mann aus dem Rheinland...

Black Forest Burger: „Drei Tage nach der...

Hochwertiger Genuss aus der Region zu fairen Preisen: Das ist das Konzept,...

An der Ladenkasse dominiert jetzt die Karte

2023 erreichte Kartenzahlungen erstmals 300 Milliarden Euro Gesamtumsatz im stationären deutschen Einzelhandel....

Bürohunde: Vierbeiner zum Wohlfühlen

Weniger Stress, bessere Arbeitsatmosphäre und stärkerer Teamzusammenhalt: Bürohunde haben viele Vorteile. Allerdings...

S-Cashback-Quiz: Alles rund ums Bargeld

Wie viel Bargeld ist in Deutschland im Umlauf? Welcher Schein ist der...
Google search engine