Mehrgenerationen-Teams erfolgreich führen

In den meisten Unternehmen treffen heute bis zu vier Generationen aufeinander. Die größte Herausforderung dabei ist, alle Mitarbeiter so zu führen, dass Gleichstellung und Wertschätzung gefördert werden und die Unterschiede zwischen den Generationen als Vorteil zu nutzen. Wir verraten Ihnen einige Tipps, wie das gelingen kann.

Die Baby Boomer, die Generation X, Y und Z bringen nicht nur ganz verschiedene Kompetenzen und Fähigkeiten in Mehrgenerationen-Teams ein, sondern unterscheiden sich auch teilweise darin, was sie von ihrer Arbeit erwarten. Zu verstehen, welche Ansprüche, Bedürfnisse und Zielsetzungen die verschiedenen Generationen in Bezug auf ihr Arbeitsleben haben, ist wesentlich, um Mehrgenerationen-Teams erfolgreich zu führen.

Baby Boomer

Die Baby Boomer sind etwa zwischen 1955 und 1965 geboren und stellen die älteste Gruppe in Mehrgenerationen-Teams dar. Der Name dieser Generation ist auf die hohe Geburtenrate in dieser Zeit zurückzuführen. Baby Boomer definieren sich über Auszeichnungen, Titel und Status. Statussymbole sind ihnen wichtig, darum haben sie die Entscheidung für ihren Job vorrangig nach Kriterien wie Vergütung, Sicherheit und stabilem Einkommen getroffen. Sie sind teamorientiert, zielstrebig, haben eine hohe Arbeitsmoral, fügen sich gut in Hierarchien ein und möchten für ihr Können wertgeschätzt werden.

Generation X

Menschen, die zwischen 1965 und 1979 geboren wurden, gehören zur Generation X. Diese Generation ist sehr gut ausgebildet und ehrgeizig. Sie hat ein ausgeprägtes Konsumverhalten und steht für einen gewissen Egoismus. Im Gegensatz zu den Baby Boomern definieren sich Menschen der Generation X nicht mehr maßgeblich über ihre Arbeit. Zeit ist ihnen wichtiger als Geld; eine hohe Lebensqualität und eine angemessene Work-Life-Balance stehen für sie im Vordergrund. In ihrem Job wollen Menschen der Generation X Freiräume bei der Arbeitsgestaltung und als Individualisten möglichst selbstständig Projekte betreuen. Zudem sind ihnen flache Hierarchien wichtig und statt auf Team-Erfolge sind sie eher auf sich selbst fokussiert.

Generation Y

Zwischen 1980 und 1994 geboren, ist die Generation Y inzwischen nur noch die zweitjüngste in Mehrgenerationen-Teams. Da sie die erste Generation darstellt, die von Anfang an in einer digitalisierten Welt aufgewachsen ist, nennt man sie auch Digital Natives. Der Generation Y sind flexible Freizeit- und Arbeitseinteilung weit wichtiger als Statussymbole und Gehalt. Im Job strebt diese Generation nach Selbstverwirklichung – darum ist ihr sinnvolle und visionäre Arbeit wichtig. Von ihrem Arbeitsplatz erwartet sie, berufliche und private Interessen verbinden zu können. Leben und Arbeit sollen, statt getrennt zu werden, als Work-Life-Blending ineinander übergehen. Die Generation Y möchte Prozesse in hohem Maße mitgestalten. Team-Spirit, sehr flache Hierarchien und die persönliche Weiterentwicklung sind für sie weit wichtiger als Macht und Aufstieg.

Generation Z

Die derzeit jüngste arbeitende Generation ist die Generation Z, geboren ab 1995. Wer zu dieser Generation gehört, ist zwar in einer digitalisierten Welt aufgewachsen, sieht das Ganze aber partiell kritisch. So ist ein bewusster Teilverzicht und die Rückbesinnung auf traditionelle Medien zu beobachten. Auch der Generation Z ist intensiv gelebte Freizeit wichtig – ganz anders als ihre Vorgänger möchte sie diese aber nicht mit ihrer Arbeit verbinden: Das Work-Life-Blending der Generation Y hat sich in ein Work-Life-Separating gewandelt. Die Generation Z möchte nicht mehr flexibel arbeiten, sondern sowohl zeitlich als auch inhaltlich strukturiert. Stabilität, Sicherheit und bewährte Lösungsansätze stehen im Vordergrund. Außerdem sind ihr Kollegialität, Toleranz und Wertschätzung wichtig.

Maßnahmen für eine erfolgreiche Team-Führung

Ein moderner Führungsstil und eine allgemein wertschätzende Firmenkultur sind wesentliche Voraussetzungen, um erfolgreich Mehrgenerationen-Teams zu führen. Die Baby Boomer sowie die Generationen X, Y und Z bringen aber nicht nur verschiedene Fähigkeiten, Perspektiven und Ziele in ein Team ein, sondern auch ganz verschiedene Kompetenzen, die im Optimalfall in die Lösung komplexer Projekte und Aufgaben einfließen. Ein großer Vorteil, der in altershomogenen Teams nicht genutzt werden kann.

Input für alle Führungskräfte

Wenn es auf allen Ebenen gelingen soll, Mehrgenerationen-Teams zu führen, darf nicht nur die Personal-Management- und Führungsspitze die Bedürfnisse, Erwartungen und Zielsetzungen der verschiedenen Generationen kennen. Wichtig ist darum, das Wissen bei allen Führungskräften und Team-Leadern zu verankern: Dazu können Sie interne oder externe Expertenvorträge organisieren oder spezifische Input-Sammlungen zugänglich zu machen. Auch eigene Mitarbeiterbefragungen können sehr wertvoll für die Führung von Mehrgenerationen-Teams sein, weil sie Wissen aus erster Hand und über Ihr individuelles Team liefern.

Diversity-Konzept auf allen Arbeitsebenen

Die Entwicklung eines Diversity-Konzepts, das sowohl Leitsätze als auch Handlungsempfehlungen für alle Ebenen der Zusammenarbeit enthält, kann lohnenswert sein. Zudem sollte das Thema Mehrgenerationen-Management ein fester Bestandteil in der Führungskräfte-Entwicklung sowie in internen Qualifizierungs-Programmen sein. So stellen Sie sicher, dass alle Leader die entsprechenden Kompetenzen trainieren, um Mehrgenerationen-Teams zu führen.

Team-Workshops und Mentoring-Programme ermöglichen den fachlichen Austausch verschiedener Kompetenzen und helfen dabei, Vorurteile zu überwinden.

Mentoring-Programme für fachlichen Austausch

Der fachliche Austausch von verschiedenen Kompetenzen ist ein wichtiger Schritt, auf dem Weg, Mehrgenerationen-Team richtig zu führen. Die Generationen Y und Z bringen die digitale Transformation in Unternehmen voran – und sind äußerst kreativ in der Umsetzung ungewöhnlicher Aufgaben. Diese Kompetenzen können sie an die älteren Generationen weitergeben. Andererseits verfügen die Jahrgänge der Generation X und die Baby Boomer über einen wertvollen Erfahrungsschatz. Ermöglichen Sie allen Generationen, ihr gesammeltes Wissen in Mentoring-Programmen und dauerhaft gemischten Projektteams weiterzugeben.

Generationen-Workshops zum gegenseitigen Verständnis

Workshops, an denen alle Generationen Ihres Unternehmens teilnehmen, helfen gezielt, Vorurteile zu überwinden und die Fähigkeiten der Kollegen wertzuschätzen. Mit konkreten Aufgaben in altersgemischten Gruppen können die Stärken der anderen erkannt und zukünftig besser für komplexe Projekte genutzt werden. Möglich sind zudem Diskussions- und Lösungsrunden, in denen verschiedene Generationsgruppen die aus ihrer Sicht besten Konzepte zur Lösung aktueller Problemen vorstellen – das schafft Verständnis für andere Denkweisen. Der gemeinsame Perspektivenaustausch fördert zudem den Blick über den eigenen Tellerrand.

Gemeinsame Aktivitäten für guten Team-Spirit

Regelmäßige Team-Aktivitäten fördern das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch über die fachlichen Bereiche hinaus. Bringen Sie Ihr Team näher zusammen, indem Sie gemeinsame positive Erlebnisse schaffen. Das kann ein Betriebsausflug sein, eine Schnitzeljagd, ein Cocktailabend oder selbst organisierte Spiele. Sammeln Sie doch einfach Vorschläge beim nächsten Teammeeting und beziehen Sie alle Generationen mit ein.

Fazit

Je mehr der Austausch, Dialog und Perspektivwechsel in Ihrem Unternehmen gefördert wird, desto besser gestalten sich auch gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung im Team. Das Zusammenkommen mehrerer Generationen in einem Team ist spannend – bleibt jedoch immer eine Herausforderung. Mit einigen Maßnahmen lässt sich aber zumindest eine Atmosphäre schaffen, in der jede Generation weiß, was sie an der anderen hat.

Fotos: iStock

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