Mehr Kundenbindung durch Elektro-Ladesäulen

Handelsketten wie Aldi, Lidl, Kaufland, Ikea oder McDonald’s machen’s vor: beim Einkaufen oder Essen bequem das Elektro- oder Hybrid-Auto aufladen und dadurch Service, Verweildauer und Kundenloyalität steigern.

Text: Annekatrin Lacroix

Die Elektromobilität nimmt auch in Deutschland immer mehr an Fahrt auf: Im April 2022 betrug die Anzahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge rund 687.200. Da mehr als 80 Prozent der Deutschen das Auto zum Einkaufen nutzen, eröffnen sich für Händler neue Möglichkeiten, ihr Serviceangebot für Kunden zu erweitern. Was liegt näher, als die Ladezeit des Autos für einen Einkauf zu nutzen? Schließlich bietet der Einzelhandel mit seinen Parkplätzen hierfür optimale Voraussetzungen für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen, insbesondere auf Parkplatzen und in Parkhäusern deutschlandweit, wächst stetig. Im dritten Quartal des Jahres 2022 lag die Anzahl laut dem Statistikportal Statista.com bei rund 28.700.

Gesetz verpflichtet zur Installation der Ladesäulen

Bis Ende 2024 muss an jedem Standort mit mehr als 20 Stellplätzen mindestens ein Ladepunkt für Elektroautos errichtet werden – so entschied das Bundekabinett im März 2020. Insgesamt betrifft das in Deutschland rund 450.000 Handelsstandorte. Mit dem Gebäude-ElektromobilitätsinfrastrukturGesetz werden so allein im Lebensmitteleinzelhandel rund 38.000 Standorte zum Aufbau von E-Ladesäulen verpflichtet.

Mit der Installation von Ladesäulen auf Kundenparkplätzen schlagen Händler und Dienstleister gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Zum einen helfen Sie ihren Kunden dabei, Einkaufszeit und Ladezeit effizient zu verbinden. Nebenbei machen sie einen positiven Eindruck bei ihren Stammkunden und erreichen ein neue Zielgruppe, die ebenso innovativ denkt wie sie selbst.

Händler und Kunden profitieren gleichermaßen

Zum anderen werden Kunden mit einer Lademöglichkeit zu längeren Einkaufsaufenthalten ermuntert, was sich direkt in Umsatzsteigerungen bemerkbar macht. Nutzer von Elektrofahrzeugen sind durch ihr tendenziell eher überdurchschnittliches Einkommen besonders kaufkräftige Kunden für den Einzelhandel.

Und auch auf Nicht-Elektrofahrzeugfahrer hat Ihr Statement eine positive Wirkung: Anbieter von Ladepunkten strahlen Innovationswillen aus und zeigen, dass Ihnen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist.

Motive der Anbieter für den Ausbau

Laut einer Bestandsaufnahme des Forschungs- und Beratungsinstituts EHI sind Servicegedanke und Kundenloyalität mit 80 Prozent die Hauptmotive des Handels. An zweiter Stelle folgen mit 56 Prozent Klimaziele. 50 Prozent nennen die Gesetzgebung als Treiber für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Weitere 28 Prozent sehen im Angebot von Ladestrom ein Geschäftsmodell. Die durchschnittliche Ladedauer beträgt übrigens  bei über der Hälfte der befragten Handelsunternehmen zwischen 30 Minuten und einer Stunde.

Vorteile von Ladesäulen für Händler auf einem Blick:

  • Imagegewinn: Als Händler strahlen Sie Innovationswillen aus und zeigen, dass Ihnen Klimaschutz am Herzen liegt.
  • Innovativer Service für Stammkunden: Einkaufszeit und Ladezeit können effizient miteinander verbunden werden
  • Neukunden gewinnen: Erreichen Sie eine neue, an Nachhaltigkeit interessierte Zielgruppe. Fahrer von Elektrofahrzeugen suchen Einkaufsmöglichkeiten oft gezielt danach aus, ob sie Ladezeit und Einkaufsbummel verbinden können.
  • Kundenbindung stärken:  Wer bequem und sicher beim Einkaufen laden kann, kommt gerne wieder.
  • Verweildauer erhöhen:  Eine halbe Stunde Ladezeit reicht schon für eine gute Reichweitenverlängerung. Aber je länger man das Auto lädt, desto besser. Deswegen wird ein Kunde, der während des Einkaufs auf dem Kundenparkplatz lädt, länger im Laden verweilen und dadurch möglicherweise mehr Umsatz generieren.

Weiterführende Links

Die Klimaschutzoffensive des Handels bietet einen kostenlosen Leitfaden sowie eine Checkliste mit hilfreichen Tipps und Anregungen zum Thema „E-Ladesäule installieren“. Zudem informiert die KfW auf ihrer Seite über Fördermöglichkeiten für Unternehmen. Auf der Homepage der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen finden Sie Wissenswertes zu Förderprogrammen für öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Foto: Adobe Stock

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